Mein Wort zum Montag den 01.08.11

Als ich heute gegen 6 Uhr in aller Herrgottsfrühe erwacht, raste gerade ein winziger Zwerg mit einem katastrophal lauten Rasenmäher über meinen Schädel. Hin und her. Der Schmerz raubte mir den Verstand, falls ich ihn zuvor besessen hatte. Die Erinnerungen an die Nacht waren bruchstückhaft und ergaben weder Sinn, noch traut eich mich, sie Sinn ergeben zu lassen, denn die beiden ersten Worte, die mir einfielen waren „Apfel“ und „Straßenkreuzung“. Als ich den Zwerg vertrieben hatte, sein rasantes Abmähen meines Vorderschädels jedoch nach wie vor unvermindert Schmerz verursacht, schimpfte ich dem kleinen Wicht nach und riss mir die Decke vom Leib, die an meinem Körper klebte, wie Ahornsirup an amerikanischen Pfannkuchen. Nicht zu trennen. Ein nationales Interesse von untrennbarem Wert. Nach wenigen Minuten kämpfte ich mich von der Decke frei und stand nackt vor dem Spiegel. Ängstlich betätigte ich den Lichtschalter. Ich hatte im Moment der Illumination meine Augen verschlossen, um eventuellen sichtbaren Auswirkungen der Nacht eine zumindest kurzfristige visuelle Nicht-Verfügbarkeit darzubieten. „Der Apfel“ — „Die Kreuzung“. Eine düstere Stimme seiberte mir die beiden Begriffe durchs Hirn. Schreiend breitete ich die Arme aus, riss die Augen in einem lichten Moment der Selbsterkenntnis auf und schrie „Heilige Mutter Gottes!“, obgleich ich zu diesem Zeitpunkt weder meinen Körper betrachtet hatte, noch noch drauf geachtet hatte, dass ich nackt, mit ausgebreiteten Armen, schreiend vor dem Spiegel stand, der von der Straße aus gut wahrgenommen werden konnte. Ein Nachbar, der mit seinem Hund zu einem nächtlichen Spaziergang aufgebrochen war, schaute sich das Spektakel erstaunt an, schien Schlimmeres gewohnt zu sein und ging seiner Wege. Nun hatte ich also Zeit festzustellen, dass ich keine Körperlichen Beeinträchtigungen erlitten hatte. Um des Rätsels Lösung preiszugeben: Weder konnte ich bis heute die Begriffe des „Apfels“ und der „Kreuzung“ zuordnen, noch weiß ich, was in der Nacht zuvor passiert ist. Doch ich bin mir sicher, dass es von nationalem Interesse gewesen sein muss.

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